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Startseite > Elektronischer Handel

'''Elektronischer Handel''', auch '''Internethandel''', '''Onlinehandel''' oder '''E-Commerce''', bezeichnet Kaufvorgänge und Verkaufsvorgänge mittels Internet (oder anderer Formen von Datenfernübertragung). Frühe Ausprägungen des elektronischen Handels fanden sich in den Online-Portalen der Jahre, insbesondere in Form des ''Electronic Mall'' (elektronischen Einkaufszentrums) bei .

Käufer und Verkäufer schließen online Kaufverträge; oft wird das Geschäft weitgehend automatisiert abgewickelt. Im weiteren Sinne umfasst der elektronische Handel jede Art von geschäftlicher , bei der ''Internet-Anbieter'' ? auch solche, die keine Handelsunternehmen sind ? und Internet-Nachfrager als Transaktionspartner im Rahmen von Leistungsanbahnung, -vereinbarung oder -erbringung elektronische Kommunikationstechniken einsetzen.
Eine (Hrsg.): ''Handelsforschung 2001/2002.'' Köln 2002, ISBN 3-935118-38-4, S. 25?50.</ref> Waren aus dem präsentierten Angebot können, analog zum Einkauf bei einem stationären Handelsbetrieb, ausgewählt und in einen 'Warenkorb' aufgenommen werden. Der Bestellvorgang wird abgeschlossen, indem die Bestellung online übermittelt und bestätigt wird.

Funktion im Marketing

Die Besonderheiten beim elektronischen Handel der im gegenüber den traditionellen sind die enorme Flexibilität auf der Angebotsseite, die Wahl mehrerer Verkaufskanäle und eine erhebliche Reduzierung der mit Geschäftspartnern. Es werden beispielsweise auch oder kosten in der und Leistungspräsentation gesenkt. Die räumlichen Distanzen erfordern bei physischen Leistungen gleichwohl Logistikkapazitäten und -infrastruktur.

Der Begriff ''Onlineshop'' ist die englische Bezeichnung für den Waren durch die eines Händlers. Weitere Bezeichnungen für die organisatorische Umsetzung sind ''Webshop und E-Shop'' (für Elektronik-Shop) bzw. selten verdeutscht ''E-Laden''.

Aufgrund der mittlerweile extrem hohen Marktdurchdringung von Internetanschlüssen in Deutschland, gerade auch unter Privathaushalten, hat sich der E-Commerce hier im - und -Markt zunächst über Online-Auktionsplattformen durchgesetzt. Vor allem im B2C-Markt konzentrieren sich Online-Händler verstärkt auf die Nutzung verschiedener Preisvergleichs-Portale und Produktsuchmaschinen. Die starke Frequentierung dieser Plattformen bietet eine sehr günstige Alternative zum klassischen Suchmaschinenmarketing, um den Bekanntheitsgrad der präsenten Online-Händler zu steigern. Institutionelle Geschäftspartner im -Markt wickeln en und Geschäftsanbahnungen ebenfalls immer häufiger via Internet ab und einige lassen bereits keine en mehr zu, die das unterlassen.

Im industriellen Bereich kann der Anbieter so im direkten Kontakt mit dem Kunden technische Spezifikationen, Lieferwünsche und nicht selten auch eine geforderte Kooperation mit anderen Anbietern abfragen, in seine Datenbank oder //-Systeme zur Planung übertragen und in kürzester Zeit maßgeschneiderte , ohne besuch oder aufwändige Rückfragen erstellen.

Das Absatzmedium gewinnt aufgrund der hohen Verfügbarkeit des Internets in Europa zunehmend an Bedeutung für den Konsumgüterverkauf und wird punktuell für Folgegeschäfte im Investitionsgüterverkauf angewendet.

Heute versteht man unter elektronischem Handel in der Regel alle Methoden der Abwicklung von Geschäften ''und'' administrativen Vorgängen über elektronische Kanäle, wobei das Internet oder zumindest die im Internet verwendeten Techniken und eine wesentliche Rolle spielen und die gemeinhin als Voraussetzung angesehen wird. Ein wichtiger Aspekt ist hier die Aufhebung von , wie sie in der konventionellen Geschäftsabwicklung typisch sind. Zudem sollen die Eingriffe von Menschen in den Geschäftsablauf auf das notwendige Minimum reduziert werden. Man spricht in dem Fall von , was eine weitgehende der Geschäftsfunktionen erfordert.

Verknüpft man zu diesem Zweck Anwendungssysteme aus unterschiedlichen Funktionsbereichen oder über Unternehmensgrenzen hinweg, handelt es sich um ein klassisches Anwendungsfeld von (EAI). (ECM) wird als eine der n für E-Business angesehen.

Ökonomische Grundlagen

Volkswirtschaftliche Betrachtung

Die besonderen Eigenschaften von E-Business wird in vollkommener Markttransparenz und der Abwesenheit von Präferenzen gesehen. Dies ist jedoch eine realitätsferne Betrachtung. Eine realitätsnähere Beschreibung des Wirtschaftslebens versucht die </ref> so dass die klassische Sicht auf die Volkswirtschaften einzelner Staaten oder Wirtschaftsräume (z. B. der Europäischen Union) die tatsächlichen Prozesse und Entwicklungen nicht erfassen kann.

Im Rahmen der Institutionenökonomik spielen die eine wichtige Rolle. Das Internet kann Kosten einer Transaktion in der Such- und Anbahnungsphase senken. Auch in der Abwicklungsphase bestehen Chancen zur Senkung der Transaktionskosten. Insgesamt sinken die Kosten für Markttransaktionen und die Koordination über Märkte wird vorteilhafter.

Hierdurch wurde die Neoklassik entscheidend ausdifferenziert, auch wenn jede wissenschaftliche Theorie notwendigerweise abstrahieren muss und Vereinfachungen enthält. Beim Elektronischen Handel muss zwischen der volkswirtschaftlichen und der betriebswirtschaftlichen Sicht unterschieden werden. Wenn die Effizienzgewinne (Volkswirtschaftslehre) vollständig den Konsumenten zugutekommen, kann es sein, dass die Unternehmen keine Wettbewerbsvorteile erlangen können (Betriebswirtschaftslehre). Wenn im Prinzip jeder diese Vorteile realisieren kann, werden unter dieser Bedingung die Kostenvorteile Wettbewerbsnachteile

Als Beispiel für einen nachvollziehbaren und nachgefragten Mehrwert gegenüber der ''old economy'' dient vor allem die Internetwerbung. Sie ermöglicht mit noch größerer Genauigkeit die Messung eines konkreten als sie etwa der traditionelle für seine Katalogwerbung kennt.

In der volkswirtschaftlichen Beurteilung des elektronischen Handels ist im Übrigen davon auszugehen, dass er Leistungen für die Marktwirtschaft erbringt, die mit denen des traditionellen (stationären und Distanz-)Handels vergleichbar sind. Teilweise gehen vom elektronischen Handel zusätzliche Wettbewerbsimpulse sowohl im Parallelprozess als auch im Austauschprozess aus. Auch bildet das Internet eine vorzügliche Plattform für Gruppenkonzepte und Netzwerkstrategien von Handelskooperationen und damit Chancen für (KMU) zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit im Wettbewerb.

Ökonomie der Aufmerksamkeit

Georg Franck geht in seinem Buch ''Ökonomie der Aufmerksamkeit'' davon aus, dass Aufmerksamkeit in der Gesellschaft einen zunehmend erhöhten Wert bekommt. Für Werbung muss heutzutage jeder Konzern enorme Mengen Ressourcen aufwenden, da Produkte über den Bekanntheitsgrad, Marke und Image verkauft werden.
Firmen im haben zwar einerseits kostengünstige Möglichkeiten mit dem Kunden in Kontakt zu treten, leiden aber andererseits daran, dass sie in der Informationsflut des WWW untergehen.
Einige -Projekte (, the senseless 1234567$ club) oder besonders ausgefallene -Ideen arbeiten genau mit dieser Thematik.

Betriebswirtschaftliche Betrachtung

Der Internethandel kann helfen, Kosten zu reduzieren, beispielsweise durch kürzere und kostensparende Bestellwege. Durch die Integration der Geschäftsfunktionen entlang der Wertschöpfungskette soll eine effizientere Geschäftsabwicklung erreicht werden. Die Grenzen zwischen den , namentlich dem und dem , verschwinden gegenüber dem Endkunden mit der zunehmenden Möglichkeit des s.

Die ''Vorteile'' für Industrieunternehmen wie auch für Handelsunternehmen können sein:
  • Neue Kommunikationsmöglichkeiten mit Kunden
  • Erschließung neuer Vertriebskanäle
  • Gewinnung von Neukunden
  • Umsatzerhöhung
  • Effizienzsteigerung
  • automatisierte Geschäftsprozesse unabhängig von der Arbeitszeit
Der elektronische Handel kann aber auch mit keineswegs kostenneutralen ''Nachteilen'' verbunden sein. Das sind vor allem:
  • Zusätzliche Absatz- und/oder Beschaffungsrisiken
  • Sinkender Kundennutzen (bei Verzicht auf persönlichen Service)
  • Sinkende Kundenzufriedenheit (Reaktanz-Reaktionen auf Anlegen von Kundenprofilen)
  • Erhöhte Risiken des Zahlungsverkehrs (Betrugsrisiko, wie zum Beispiel bei s)
  • Zusätzlicher Aufwand durch Pflege einer versandhandelstypischen Organisation (Lagerhaltung, Debitorenkontrolle etc.)

Offene, geschlossene, vertikale und horizontale Marktplätze

Bei '''offenen''' Marktplätzen kann sich jeder Marktteilnehmer registrieren und teilnehmen. Beispiele für offene Online-Marktplätze sind , und . Bei '''geschlossenen''' Marktplätzen werden nur bestimmte, ausgewählte Teilnehmer eingeladen bzw. zugelassen. Ein Beispiel ist die Beschränkung auf den oder einen bestimmte (auch Branche genannt). Ein '''horizontaler''' Marktplatz bildet hingegen einzelne Geschäftsprozesse ab. Er bezieht sich auf ''eine'' Stufe der Wertschöpfungskette, zum Beispiel mit dem Fokus Beschaffung: An einem horizontalen Beschaffungs-Marktplatz nehmen Unternehmen auf der Einkäuferseite teil. Sie können aus unterschiedlichen Branchen kommen und auf eine gemeinsame Gruppe von Lieferanten zugreifen. Im Gegensatz dazu bildet ein vertikaler Marktplatz verschiedene Geschäftsprozesse einer einzigen Branche oder Nutzergruppe ab.
Der Verkauf über Marktplätze kann für Online-Händler sinnvoll sein, um den Umsatz zu steigern und gegebenenfalls die Kunden zu erreichen, die bevorzugt über den jeweiligen Marktplatz einkaufen. Die Marge ist in der Regel geringer als bei anderen Vertriebswegen, dafür sind die Marketingkosten geringer.

Elektronischer Handel nach Art der Teilnehmer

Der elektronische Handel lässt sich nach Art der Teilnehmer kategorisieren:

(dabei kann auch die Orientiertheit ? bsp. ''C2A'' ungleich ''A2C'' ? herausgehoben werden oder auf besondere Kategorien wie ''B2E'' eingegangen werden)

  • Consumer (Kunde, )
    • C2C: , Verbraucher an Verbraucher
    • : Auktionshandel (bsp. )
    • C2B: , Verbraucher an Unternehmen
    • : bsp. entgeltliche oder sachwerte Teilnahme an Informationserhebungen zu Marketingzwecken
    • C2A: , Verbraucher an Regierung
  • Business (, )
    • B2C: , Unternehmen an Verbraucher
    • : Dienstleistungsangebote der Unternehmen an Verbraucher, Online-Versandhandel
    • B2B: , Unternehmen an Unternehmen
    • : Handel zwischen Unternehmen und Lieferanten
    • B2A: , Unternehmen an öffentliche Verwaltung
    • : Steuererklärungen, Datenverarbeitung im öffentlichen Auftrag, elektronische Bewerbung um öffentliche Aufträge (bsp. www.vergabeplattform.berlin.de)
    • B2E: , Unternehmen an Mitarbeiter
    • : Leistungen und Informationen für Mitarbeiter (bsp. Online-Kauf von Waren und Dienstleistungen zu Vorzugskonditionen)
  • Administration (Regierung und öffentliche Verwaltung)
    • A2C: , Regierung an Verbraucher
    • : abonnierte - von Ministerien und Dienststellen (bsp. Verbraucherschutzwarnung, Datenschutzhinweise)
    • A2B: , Regierung an Unternehmen
    • : Leistungsangebote öffentlicher Stellen an Unternehmen (bsp. Datenabruf, Katalogzugriff, Handelsregisterauskunft)
    • A2A: , Regierung an Regierung
    • : Elektronischer Verkehr zwischen Behörden, Austausch von Informationen (bsp. Finanzdatenabgleich, Verkehrsregister)

Elektronisch gestützte Geschäftsprozesse in Kategorien zu unterteilen richtet sich natürlich nach den Bedürfnissen der menschlichen Entwicklung, so finden Kategorien wie ''Verbraucher an öffentliche Verwaltung (C2A)'' oder andere der oben aufgeführten Kombinationen (bsp. ''B2E'') erst allmählich Verbreitung.
In älterer Literatur findet sich oft auch noch das Kürzel ''G'' für statt des umfassenderen Begriffs .
Ebenso wird auch oft keine Orientierung (A2C ist nicht gleich C2A) unterschieden.

Ob die obengenannten Kategorien immer Handelsbeziehungen abbilden, unterliegt, zumindest in Bezug auf die Administration (''A2A''), berechtigten Zweifeln.
In Deutschland sind die Kategorien C, B, A, E eindeutig auf den rechtlichen Status zurückzuführen, d. h. die Einteilung in Arten findet nach der Stellung der Teilnehmer im Rechtssystem/-verkehr statt, da jeweils für den , den und die öffentliche Verwaltung unterschiedliche gesetzliche begründete Rechte und Pflichten in bestehen.

Onlineshop

Ein Onlineshop ist eine spezielle Form des Handels, bei dem ein Händler oder Hersteller gewerbliche n oder en zum Verkauf oder zur Miete anbietet. Die Kommunikation zwischen Anbieter und Interessenten erfolgt zum großen Teil über das . Der Onlineshop übernimmt zum einen die Aufgabe der Produktpräsentation und zum anderen die Abwicklung des Bestell- und Kaufvorgangs bis hin zur Bezahlung. Über s werden Onlineshops auch auf s oder s zugänglich gemacht ().
Beim Bestellvorgang werden alle für den Versand der Ware und die Abwicklung der Bezahlung nötigen Informationen durch Eingabe des Kunden gesammelt.

Bei der Produktpräsentation setzen die Anbieter auf unterschiedliche Mittel: Neben Produktfotografie, Texten und technischen Daten kommen zunehmend dreidimensionale Produktabbildungen und Videos zum Einsatz. Auch der Einsatz von Kundenmeinungen wird zunehmend zum Standard. Bei variantenreichen Erzeugnissen, die nach individuellen Kundenwunsch in Massenfertigungen hergestellt werden, kann der Kunde über einen Konfigurator ?sein? nach unterschiedlichen Kriterien wie Farbe, Material, Ausstattung und selber zusammenstellen. So bieten alle Fahrzeughersteller im Internet entsprechende Fahrzeug-Konfiguratoren an. Die eigentliche Fahrzeugbestellung erfolgt hier dennoch meistens über den stationären Handel.

Eine weitere Form des Onlineshops ist das sogenannte , bei dem meist nur ein Produkt am Tag angeboten wird. Zudem gewinnt das Einkaufen über Social-Media-Plattformen wie Facebook immer mehr an Bedeutung ().

Konkurrenz zum klassischen Einzelhandel

Besonders starke Branchen im Internethandel sind der Textil-, der Buch- und Musik. Im Zuge des Internetbooms gegen Ende des 20. Jahrhunderts gewannen Onlineshops immer mehr an Bedeutung. Internethändler haben den Vorteil, dass sie keinen physischen brauchen, dieser steht als zur Verfügung. Manche Onlinehändler verzichten deswegen auch auf eigene Lagerräume, Bestellungen werden direkt an den Produzenten oder Großhändler weitergeleitet, der sich um die Kommissionierung und den Versand der Ware kümmert (). Unternehmen, die Ware kostenlos verschicken und zusätzlich eine schnelle Lieferung ermöglichen, sind so eine ernstzunehmende Konkurrenz zum stationären Einzelhandel geworden. Sogar Internetbuchhändler, die in Deutschland der unterliegen und somit keine aktionen durchführen können, profitieren dadurch, dass sie dem n bei gleichem Preis den Gang zum ersparen. Hier spricht man vom klassischen .

In manchen Fällen dienen Läden zugleich als stationärer Laden und als Abhol- oder Rückgabestation für Ware, die der Kunde im Internet bestellt hat. Auf diese Weise wird der Service im Laden vor Ort mit dem Online-Handel verknüpft.

Bei digitalen Produkten wie Musikdateien, Software oder Onlinebüchern kann der Kunde nach dem Kauf das Produkt direkt herunterladen. Der physische Versand entfällt in dem Fall und der Kunde kann seinen Einkauf sofort nutzen.

Gebrauchstauglichkeit

Da im Internet kein persönlicher Verkauf stattfindet, muss die des Onlineshops vielfältige Anforderungen an den zwischen Anbieter und Kunde erfüllen. Große Anbieter beobachten Testkunden in speziellen Labors zur Prüfung der (''usability'') bei ihren Online-(Test-)Einkäufen. Die Erkenntnisse über Augenbewegungen auf dem Bildschirm (), Schrift- und Bilderkennung sowie Verweildauer in einzelnen Bereichen der Website sollen dabei Aufschluss über mögliche Verbesserungen bei der Benutzerführung und des Kunden geben. Ebenso geben Befragungen der Testpersonen Aufschluss über notwendige Änderungen.

Shop-Systeme

Ein ''Shopsystem'' ist die Softwaregrundlage von Onlineshops. Es ist meist datenbankbasiert und wird als angeboten. Derzeit gibt es zirka 200 Shopsoftwareanbieter allein in Deutschland. Dabei unterscheiden sich die Anbieter in der Ausrichtung ihres Angebotes in der Orientierung auf unterschiedliche Zielgruppen. Es gibt zum kleinen Preis für den Massenmarkt und Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, Software individuell gezielt den Anforderungen entsprechend zu erstellen bzw. optimieren.

Seit 1995 bis heute entwickelte sich eine große Bandbreite unterschiedlicher Shop-Systeme. Der Funktionsumfang hat über die Jahre hinweg drastisch zugenommen und sich aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsanforderungen stark verändert. Viele Shopsysteme können die Inhalte des Shops in mehreren Sprachen präsentieren. Bei der Übersetzung dieses Contents kommen (TMS) zum Einsatz.

Evolution von Web-Shop-Software-Systemen

Im Folgenden werden die Entwicklung und Evolutionsstufen von Standard-Web-Shop-Software-Systemen aufgeführt:

Die ersten Shop-Systeme zwischen 1995 und 2000 versuchten das traditionelle Warenhaus nachzubilden und beschäftigten sich primär mit der reinen Präsentation von Produkten und der Kaufabwicklung. Diese werden als ''Storefront System'' bezeichnet. Bis 2001 wurden die Shop-Systeme um erste Verwaltungsfunktionalitäten ergänzt; wie der Verwaltung von Bestellungen (''Ordermanagement Features''). Bis 2006 stiegen die Anforderungen an die Verwaltungsfunktionalitäten des Shop-Systems. So wurden u. a. Funktionalitäten wie Produktdatenbanken, Content-Management (CMS), Kundenregistrierung und -verwaltung selbstverständlicher Bestandteil der Standard Shop-Systeme (''Administration Features''). Bis 2009 sind neben den reinen Anforderungen an die administrativen Prozesse aus Sicht des Shop-Betreibers die Anforderungen der Kunden stärker in den Vordergrund getreten. So haben sich Funktionalitäten rund um die Kundenkontoverwaltung sowie u. a. die Verwaltung persönlicher Wunschzettel und Hilfefunktionen weiter entwickelt. Dadurch sind auch die Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit stark gestiegen (''Customer Features / Security''). Die aktuelle Entwicklung von Shop-Systemen seit 2010 bezieht den Kunden/Nutzer noch stärker ein, so drängen Funktionalitäten rund um das Thema ''Web 2.0'' (z. B. Kundenbewertungen, persönliche Empfehlungen und Social Media) in den Standard.

Shop-Architektur

Die meisten E-Shop-Systeme besitzen folgende grundlegende Softwarekomponenten:
  • Shop-Datenbank mit Produktinformation
  • Administrationsdatenbank
  • Präsentationssystem
  • Payment Gateway (Abwicklung des Bezahlvorgangs)
  • Weitere Funktionalitäten (Werkzeuge)
  • -System

Zunehmend werden E-Shops mit en ausgestattet, um Absprungraten zu verringern bzw. die Beratung und den Verkauf zu unterstützen.

Neben der Zielgruppenorientierung einzelner Softwareanbieter unterscheiden sich Shopsysteme auch in der verwendeten . Dabei wird unterschieden zwischen webserverbasierter Applikationen und solchen, die erst lokal statische Seiten erzeugen, welche dann auf den Web-Server geladen werden und mit Hilfe von JavaScript über den Browser die Warenkorbfunktion zur Verfügung stellen.

Eine zusätzliche Variante eines Online-Shops besteht in der Möglichkeit, den Betrieb zunächst einem Provider zu übertragen. Vergleichbar mit großen Einkaufszentren, in denen Läden von einzelnen Betreibern gemietet werden, die dann die bereits bestehende Infrastruktur nutzen, wird diese Art von Angebot als ?Shopping-Mall-Konzept? bezeichnet.
Jeder einzelne Shopbetreiber erhält sein Online-Shopsystem, das im Hintergrund an eine Softwarequelle gekoppelt ist. Das hat den großen Vorteil, den ständig fortschreitende Anforderungen an die Softwarefunktionen durch dieses Source-Sharing-Prinzip zu begegnen.

Bezahlsysteme

Dem einfachen Verkaufsabschluss wird aus individualpsychologischer Sicht beim Internetverkauf eine besonders hohe Bedeutung beigemessen, weil der Kunde seinen ohne Angst vor Datenverlust und seiner Zahlungsdaten begleichen können soll. Die klassischen Zahlungsarten Vorkasse, Rechnung, Nachnahme und Kreditkarte machen in Deutschland weiterhin einen Großteil der Zahlungen aus. Häufig findet auch das bekannte sverfahren Anwendung, da die zur Übermittlung der Kontoverbindung oft geringer ist, als die zur Anwahl einer Mehrwertnummer oder die Angabe der ndaten. Proprietäre systeme haben es dagegen schwer, sich zu etablieren. Ein weiteres Bezahlverfahren zum Beispiel ist . Der Zahlungspflichtige wird vom Online-Shop auf die Seite seines Kreditinstituts geleitet und tauscht die persönlichen Daten ausschließlich mit seiner Bank aus. Einen hohen Bekanntheitsgrad bei speziell für das Internet entwickelten Zahlungssystemen hat erreicht, ehemals eine Tochter von .

Bezahlsysteme vereinen mehrere Bezahlverfahren und versuchen die Vielfalt der Zahlungsarten in einem Konto zusammenzufassen.
Je nach Bonität des Kunden und Verifizierung der benötigten Bank- / Kontodaten werden die verschiedenen Zahlarten freigeschaltet.

Eine Möglichkeit, die Provision, von welcher die Preisvergleichsportale leben, für eine Wohltätigkeitsorganisation zu spenden, bietet die Internetplattform .

Übersicht über die Bezahlverfahren im Internet

Die herkömmlichen Schritte in Geschäftsprozessen wie , , , und werden meist auch noch angeboten.

Elektronische Bezahlverfahren sind:
  • , in Deutschland und Österreich sind dies hauptsächlich , und
  • Online-Überweisung ( und ), wie , , , und
  • Inkasso-/systeme: Fungieren als Mittler zwischen Anbieter und Kunde. Der Kunde erhält eine Kundennummer und ein Passwort
  • Elektronische Lastschrift: Der Händler erhält eine Einzugsermächtigung vom Kundenkonto mittels
  • , wo der genaue Betrag erst nach Abschluss des Einkaufs beglichen wird.
  • .
  • .
  • : Bei diesem noch neuen, dezentralen System kann der Kunde ähnlich wie bei Bargeld Einheiten zum Tageskurs bei bestimmten Zahlungsdienstleistern erwerben und diese elektronisch übermitteln.

Die Mehrheit der Online-Händler bietet eine Kombination aus herkömmlichen und elektronischen Bezahlverfahren an, häufig stehen zwei bis vier der oben genannten Alternativen zur Verfügung.
Laut der Studie eCommerce wird das Verfahren der Rechnung bei den befragten Kunden mit 78,6 % am meisten genutzt, gefolgt von Online-Überweisungen (60 %), Kreditkarte (59,5 %) und Nachnahme (57,2 %). Von Händlern dagegen werden Vorkasse (30,8 %), Kreditkarte (17,6 %) und Nachnahme (15,5 %) bevorzugt.

Kriterien zur Beurteilung von Shopsystemen

Kundennutzen
Welchen Mehrwert können die Unternehmen durch den Shop ihrem Kunden liefern?
Kundenanalyse
Wie und in welchem Umfang lassen sich Erkenntnisse über die Kunden gewinnen?
Integrationsfähigkeit
Wie und in welchem Umfang werden bestehende betriebswirtschaftliche Systeme eingebunden?
Administrationsfähigkeit
Wie einfach und flexibel lässt sich das System gestalten/administrieren?
Zukunftssicherheit
Wie zukunftssicher sind die getätigten Investitionen, die weit über die Softwareanschaffung hinausgehen?
Rentabilität
Wie teuer ist die Lösung im Sinne von ?

Viele haben schon schlechte Erfahrungen beim Online-Shopping gesammelt. So zum Beispiel, dass die gelieferte Ware nicht den Beschreibungen und Bildern entsprach, Ware nicht zurückgegeben oder umgetauscht werden konnte, gekaufte Artikel nicht ankamen, es Probleme bei der Kündigung von Online-Abonnements gab oder dass Konto- oder Kreditdaten missbraucht wurden. Zudem ergaben Studien, dass die wahrgenommene Sicherheit im Internetkauf mit der Häufigkeit der Nutzung zusammenhängt: Je öfter E-Commerce genutzt wird, desto sicherer wird es eingeschätzt.
Es wird daher empfohlen, beim Handel im Internet auf Folgendes zu achten:

  • Die vollständige Firmenadresse des Anbieters mit Kontaktmöglichkeit muss aufgrund der angegeben sein
  • Ein Gütesiegel sollte vorhanden sein ? drei Gütesiegel (Deutschland) haben sich etabliert: , ,
  • Verschlüsselte Verbindungen mit bei der Kontodaten-Übermittlung sind am ''https://'' in der Adresszeile und einem Schloss-Symbol im Browser ersichtlich.

Onlineshop als Teil der IT-Landschaft

Der Onlineshop wird in der Regel in die IT-Landschaft des jeweiligen Unternehmens eingebunden. Schnittstellen zum , zu -Software oder zu -Lösungen sind essentiell, um Kundendaten, Kundenbestellungen und Artikelinformationen abzugleichen und die Kundenbestellungen zügig zu versenden. Hier spielt besonders bei größeren Onlineshops mit hohem Bestellvolumen eine größtenteils automatisierte Prozesskette aus Belegerstellung, Kommissionierung, Zahlungsmanagement und Logistik eine Rolle. Im CRM System kann überdies ausgewertet werden, welche Kunden welche Bestellungen getätigt haben, um zielgerichtete Werbung oder Newsletter versenden zu können.

Rechtsfragen

Deutsches Recht

In den § BGB zu.

Bei geschlossenen Verträgen ist oft nicht klar ersichtlich, welches Recht anzuwenden ist. Bei einem elektronisch geschlossenen könnten zum Beispiel das Recht des Landes, in dem der Käufer seinen Sitz hat, das des Landes, in dem der seinen Sitz hat oder das des Landes, in dem sich der befindet, in Frage kommen. Das Recht des ist ein ogenanntes ''Querschnittsrecht''. Es finden die Regularien des (IPR) (in Deutschland zum Beispiel geregelt im ) Anwendung.

Die technische Seite des E-Commerce wird im (TMG) geregelt. Für den Betreiber eines elektronischen Handelsplatzes ergeben sich aus den § TMG die Pflicht zur Prüfung (soweit zumutbar) zur Vorsorge gegen Rechtsverletzungen durch die Nutzer, und gegebenenfalls zur Sperrung oder Löschung von Inhalten. Das gilt auch dann, wenn (eventuell mobile) Software-Agenten teilnehmen.

Österreichisches Recht

Rechtlich geregelt ist die Materie E-Commerce in Österreich vor allem durch das '''' (ECG), das ''Fernabsatzgesetz'', das ''Signaturgesetz'', das ''Zugangskontrollgesetz'' sowie das ''E-Geld-Gesetz'', wobei die vertrags- und schadenersatzrechtlichen Bestimmungen des und des , soweit sie nicht durch diese Sonderbestimmungen modifiziert sind, auch hier gelten.

Europäische Bestimmungen

Zur rechtlichen Vereinfachung des grenzüberschreitenden elektronischen Handels und zum Schutz der beteiligten Verbraucher wurden mit den europäischen Verbraucher-Richtlinien für Europa am 23. Juni 2011 () die rechtliche Grundlagen und Mindeststandards erneuert. Davor galt die alte Richtlinie vom 17. Juli 2000 (). Im Zuge der Umsetzung der älteren Verbraucherrechte-Richtlinie vom 17. Juli 2000 wurden in jedem Mitgliedstaat zwei Arten von E-Commerce-Verbindungsstellen eingerichtet, um das Wachstum des elektronischen Marktplatzes zu fördern und rechtliche Schwierigkeiten auszuräumen. Eine Verbindungsstelle soll Ansprechpartner für die Regierungen der anderen Mitgliedstaaten sein, während die andere Verbindungsstelle damit beauftragt ist, Verbrauchern und Unternehmern Informationen zum bereitzustellen und Adressen von Beschwerde- und Schlichtungsstellen zu nennen.

Um die Transaktionen zu vereinfachen, herrscht innerhalb der EU bei vertraglichen Schuldverhältnissen grundsätzlich Rechtswahlfreiheit der Parteien, vgl. Artikel 3 (ehemals Artikel 3 bzw. in Deutschland Artikel 27ff ). Eine Ausnahme davon stellen unter anderem Verbraucherverträge dar, für die festlegt ist, dass dem Verbraucher durch eine Rechtswahl nicht der Schutz zwingender Bestimmungen seines Aufenthaltsstaats entzogen werden darf, wenn dem Vertragsschluss zum Beispiel ein ausdrückliches Angebot oder eine Werbung im Aufenthalts- und Handlungsstaat des Verbrauchers vorausgeht, vgl. Artikel 6 Rom-I-VO (ehemals Artikel 5 EVÜ bzw. Artikel 29 EGBGB).

Mit den neuen Richtlinien vom 23. Juni 2011 wurde den Verbrauchern und den Händlern eine ?Vollharmonisierung? zugesagt, sodass die Rechtsprechungen der einzelnen Länder nicht mehr unterschiedlich sind oder gar Händler bestimmter Nationen übervorteilt werden.

Nachdem ein Teil der europäischen Richtlinie in Deutschland bereits 2012 umgesetzt wurde (. Auch Verbraucher müssen nun bei Online-Shops einige neue Richtlinien wie die Kostenübernahme bei Rücksendungen beachten.

Außereuropäische Bestimmungen

Viele Artikel beispielsweise werden nur in bestimmten Ländern angeboten. Ein weiterer Aspekt ist das ausnutzen von Wechselkursvorteilen, zum Beispiel ist es durch die Dollarabwertung zurzeit möglich, beim von der Dollarabwertung zu profitieren. Mit Hilfe spezieller Suchmaschinen kann der potentielle Kunde nun die gesuchten Produkte aufspüren und sogar die Angebote der Händler in den verschiedenen Ländern vergleichen. Teilweise fallen nicht nur die Preise einzelner Produktgruppen unterschiedlich aus, sondern auch die Mehrwertsteuersätze, so dass sich trotz der erhöhten Portokosten eine Bestellung im Ausland als sehr lohnend erweisen kann. Innerhalb der EU wird der Käufer nicht mit Zöllen belastet, so dass die reellen Kosten transparent bleiben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der grenzüberschreitende elektronische Handel zwar durch bestimmte rechtliche Unsicherheiten etwas gebremst wird, aber ein großes Entwicklungspotenzial bietet. Ein einheitliches europäisches Recht, das die Interessen des Verbrauchers noch besser berücksichtigt, wird langfristig sicherlich für ein weiteres Wachstum sorgen.

Allgemeine Entwicklung in Deutschland

Parallel zur wachsenden Verbreitung des Internets hat auch der elektronische Handel einen deutlichen Aufschwung erfahren. Im Jahr 2001 kauften laut bereits 23,7 Milliarden Euro und 2012 29,5 Milliarden Euro.

Technische E-Business-Standards

für elektronische Geschäftsprozesse
XML für das
XML für den Austausch von Katalogdaten/Preisinformationen?
XML für den Austausch von Auftragsdaten?
Warengruppensystem der Elektroindustrie
Warengruppensystem des Maschinenbaus
Branchenübergreifendes Warengruppensystem der United Nations
Branchenübergreifendes Warengruppen- und Warenmerkmalssystem

Klima-Bilanz

Im Jahr 2015 veröffentlichte das Deutsche Cleantech-Institut die bislang umfangreichste Studie zum Vergleich der CO2-Emissionen zwischen stationärem Handel und Onlinehandel, welche auch vom geprüft wurde. Im Ergebnis zeige sich, dass bei den Produkten des Online-Paketversands, trotz hoher Retouren der Verbraucher, die CO2-Emissionen unter denen des stationären Einzelhandels lägen. Das habe im Wesentlichen die Ursache, dass sich die Lieferung nach Hause durch eine Verdichtung der Sendungen klimafreundlicher durchführen lasse als die individuelle Fahrt mit dem eigenen Pkw in die Stadt. Für eine weitere Verbesserung der CO2-Bilanz empfehlen die Autoren der Studie u. a. die Nutzung von zu Fuß oder ÖPNV erreichbaren Packstationen, weniger Retouren und verbesserte Lieferketten bei den Händlern.

Im Jahr 2020 veröffentlichte das eine Untersuchung, die ebenfalls zu dem Ergebnis kam, dass der Online-Handel gegenüber dem stationären Handel bezüglich der CO2-Emissionen vorteilhafter ist. Wesentlich für die CO2-Bilanz seien allerdings die Produktherstellung und die Produktnutzung. Ob ein Produkt online oder stationär erworben wurde, sei hingegen untergeordnet.

Siehe auch

Literatur

  • Gil Lang, Steffen Otten: ''Erfolgreicher Online-Handel für Dummies.'' Wiley-VCH, Weinheim 2021, ISBN 978-3-527-71683-8.
  • Eva Stüber: ''Personalisierung im Internethandel ? Die Akzeptanz von Kaufempfehlungen in der Bekleidungsbranche.'' Gabler, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8349-2842-9.
  • Bernd Schauer: ''E-Commerce in der Europäischen Union''. Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann-Institutes für Europarecht, Band 3, Verlag Manz, Wien 1999

Weblinks

  • (PDF; 1,12 MB)
  • ''visualcapitalist.com'', 17. August 2018, Jeff Desjardins: (" Dominanz im Elektronischen Handel", Grafiken mit verschiedenen Statistiken zur Geschäftsentwicklung der Fa. Amazon, englisch)

Einzelnachweise